Sicher Bergsteigen: Im Falle eines Falles…

…ist das Fallen alles? – Sicher im Gelände unterwegs sein, ein Wegweiser mit wichtigen Tipps der Bergwacht.

Sportliche Betätigung im Gelände oder Naturgenuss in den Bergen ist Freizeitbeschäftigung vieler. Doch der Erfolg und die Sicherheit einer Bergtour beginnt schon mit der richtigen Planung. Es gibt zahlreiche Tipps und Grundsätze die man beachten sollte.


Die richtige Ausrüstung:

Mitglieder der Bergwacht Jugend bei der Navigation mit einer Karte.
  • Den Knöchel umschließende Schuhe mit Profilsohle
  • Hose mit genügend Bewegungsfreiheit, ggf. windschützend
  • Schutz vor Sonne und UV-Strahlung: Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Sonnenschutzcreme
  • Mütze und Handschuhe (Wettersturz auch im Sommer möglich)
  • Unterbekleidung, zwei dünne Pullover besser als ein dicker, Ersatzwäsche
  • Wetterschutzjacke mit Kapuze, Hauptzweck ist Wind- und Kälteschutz
  • Wandersocken
  • Proviant (energiereich und abfallarm, ausreichend Getränke in wieder verschließbaren Flaschen)
  • Rucksack für die Ausrüstung gibt Bewegungsfreiheit und schützt Rücken, oft Gebrauchtes obenauf oder in Seitentaschen packen, Reservewäsche vor Nässe schützen
  • Erste Hilfe Material
  • Landkarte, Höhenmesser, Kompass, GPS
  • Stirnlampe für den Notfall
  • Handy
  • evtl. Wanderstöcke

Darüber hinaus ist es obligat, auch darauf zu achten, dass die Natur und die Lebensräume erhalten bleiben. Wenige Grundsätze helfen uns als verantwortungsbewusster Bergsteiger den Lebensraum für alpine Wildtiere und Landschaften zu bewahren.


Umweltverträgliche Touren:

  • ÖPNV oder Fahrrad nutzen.
  • Auto auf Parklatz parken und nicht an Wegesrändern oder Wiesen stehen lassen.
  • Alle Viehgatter schließen, entlaufenes Vieh kann erheblichen Schaden in der Natur und bei den Bergbauern anrichten .
  • Auf den Wegen bleiben, Abkürzungen zerstören trittempfindliche Vegetation und bedrohen somit den Überlebensraum für Wildtiere.
  • Alpenblumen nicht pflücken oder umpflanzen.
  • Nicht an Wildtiere anpirschen oder sie gar verjagen, Hund an die Leine nehmen.
  • Was man auf den Gipfel getragen hat auch wieder mit ins Tal nehmen.
  • Keine Steine lostreten um Erosionsgefahr zu vermeiden und niemanden zu gefährden.

Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist – denn vorher gehörst du ihm.

Hans Kammerlander

Außerdem sollte man – um Unfälle zu vermeiden – mit seiner Ausrüstung, seinem Können und den alpinen Gegebenheiten vertraut sein. Somit lässt sich das Risiko von Zwischenfällen reduzieren.


Vermeidung von Unfällen:

  • Wege nicht verlassen.
  • Rechtzeitig umkehren, Wettersignale beachten, alpines Können abschätzen und Erschöpfung und Überforderung vermeiden.
  • Notfalls sichere Stützpunkte aufsuchen (Hütte, Unterstand)
  • Auskühlung vorbeugen: rechtzeitig warme Kleidung anziehen, verschwitzte und nasse Kleidung wechseln.
  • Hitzestau vermeiden: Kopfbedeckung, viel trinken.
  • Tourenziel bekannt geben: über Ziel, Länge, Route und Dauer informieren, Zieländerungen mitteilen.
  • Geeignete Ausrüstung verwenden.
  • Nicht alleine unterwegs sein.

Dennoch kann man Unfälle nie gänzlich ausschließen. Zu wissen wie man sich im Notfall verhält ist der erste Schritt zu einer zügigen Rettung.


Und wenn doch was passiert?

Notfallmeldung – die fünf “W” der Alarmierung über die europaweite Notrufnummer 112:

  • Wo ist es passiert? Eindeutige Ortsangaben, Höhe, ggf. Koordinaten
  • Was ist passiert? Art und Schwere der Verletzung(en)
  • Wie viele Verletze oder Beteiligte gibt es?
  • Wann ist der Unfall passiert?
  • Wer meldet? Name, Rückrufnummer
  • => Warten auf Rückfragen, oft ruft die Bergwacht-Einsatzleitung zurück (Telefon eingeschaltet lassen, nicht mehr telefonieren um erreichbar zu bleiben.

Alpines Notsignal – durch Lichtzeichen, Rufen, Pfeifen, …

1. Minute2. Minute3. Minute4.Minute
Notsignal• • • • • •Pause• • • • • •Pauseusw.
Bestätigung• • •Pause• • •Pauseusw.

Luftrettung:

Yes – wir benötigen Hilfe, hier landen!
  • Den Piloten des anfliegenden Hubschraubers auf den Unfallort aufmerksam machen.
  • Lose Gegenstände, Kleidung, Seile, usw. vor Anflug verstauen/beschweren.
  • Mit Yes, auch grünes Licht möglich (Ja, wir brauchen Hilfe) oder No, auch rotes Licht möglich (Nein, wir brauchen keine Hilfe) – Zeichen einweisen.

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